Mit den richtigen Winterreifen sicher durch die kalte Jahreszeit

Winterreifen kommen mit den besonderen Straßenverhältnissen in der kalten Jahreszeit zurecht. Sie sorgen für Sicherheit auch an verschneiten Tagen.

Auf den ersten Blick sehen Reifen alle gleich aus: Rund, schwarz und mit einem mehr oder weniger ausgeprägten Profil. Allerdings müssen die Winterreifen zum Auto passen, um eine sichere Fahrt zu gewährleisten. Was macht einen guten Winterreifen aus und was ist bei der Auswahl zu berücksichtigen? Der Beitrag beantwortet diese und andere Fragen.

 

Der richtige Zeitpunkt zum Wechsel auf Winterreifen

Ein plötzlicher Wintereinbruch hat schon so manchen Unfall verursacht und Fahrzeuge, die ohne Winterreifen unterwegs sind, sind nicht unbedingt durch ihre Versicherung geschützt. Die alte Faustregel von Oktober bis Ostern Winterreifen aufzuziehen, hat sich in vielen Fällen bewährt. Auch, wenn es im Oktober vielleicht noch nicht gefriert, sparen sich diejenigen, die bereits frühzeitig für Winterreifen sorgen, den Terminstress im November/Dezember bzw. zu dem Zeitpunkt, zu dem der Winter die Straßen mit Raureif und Glätte überzieht.

 

Qualitätsreifen kaufen statt auf Billigware setzen

Es ist richtig, dass Qualität kostet, doch es gibt Möglichkeiten, Kfz-Kosten steuerlich geltend zu machen. Der Kauf von  Reifen lässt sich bei Selbstständigen sogar als Betriebsausgabe abziehen.

Wer auf Billigware setzt, kauft mehrfach und gibt unterm Strich mehr Geld aus. Online finden sich bewährte Qualitätsreifen  wie Pirelli, Goodyear, Dunlop, Continental, Michelin oder Bridgestone. Preislich orientieren sich die Premium-Reifen sicherlich an der oberen Hälfte, doch die Qualität ist optimal. Eine Alternative stellen Qualitätsreifen der genannten Hersteller dar, die zusätzlich zu den Premium-Produkten produziert werden.

  • Continental bringt zum Beispiel Reifen mit der Bezeichnung Uniroyal, Semperit und Barum auf den Markt.
  • Bridgestone bietet die Reifen Firestone und Dayton an
  • Dunlop/Goodyear produzieren den Fulda-Reifen

Die genannten Qualitätsreifen  bieten einen fairen Kompromiss  hinsichtlich des Preis-Leistungsverhältnisses.

 

Winterreifen und Winterkompletträder im Fokus

Winterreifen sind  speziell  für die Nutzung  bei kalten Witterungsverhältnissen konzipiert. Sie sollten deshalb auch nicht  in den Sommermonaten genutzt werden, das intensiviert die Abnutzung. Das Profil bietet mehr Gripp auf der Fahrbahnoberfläche, was einen etwas höheren Kraftstoffverbrauch nach sich zieht. Außerdem dehnen Winterreifen die Länge des Bremswegs um rund 20 % aus.

Winterreifen weisen ein spezielles Profil auf. Typisch für einen Winterreifen sind zahlreiche feine Aussparungen im Profil. Diese Lamellen haben die Aufgabe, den Reifen mit der Fahrbahnoberfläche eng in Kontakt zu halten, damit die Bodenhaftung optimal ist. Winterreifen weisen im hohen Qualitätsbereich bis zu 2000 dieser speziellen Einschnitte auf. Daran erkennen auch Laien sofort einen Winterreifen. Die Einschnitte sind oft wellenförmig, es gibt auch Hersteller die gerade Einschnitte vornehmen oder eine andere Form wählen. Die wellenförmige Lamellen ist lediglich die am häufigsten genutzte Methode. Winterreifen  verfügen  im Querschnitt über  eine besondere  Schicht, die die Festigkeit des Reifens verbessert und so für besondere Fahrstabilität sorgt.

 

M+S oder Schneeflocke? Das bedeutet die Reifen-Kennzeichnung

Die Kennzeichnung M+S ist nicht gesetzlich geschützt. Prinzipiell darf die Abkürzung auf jeden Reifen aufgebracht werden. M+S bedeutet Matsch und Schnee und verleitet Verbraucher zu der Annahme, dass es sich um einen Winterreifen handelt, der für matschige oder verschneite Straßenverhältnisse optimal ist. Doch das stimmt nicht. Es gibt keine Norm, die dies bestätigen würde.

Anders verhält es sich mit dem Schneeflocken-Kennzeichen. Bevor ein Hersteller die Schneeflocken auf ein Reifen setzen darf, muss der Reifen bestimmte Qualitätskriterien erfüllen, die ihn für den Einsatz auf winterlichen Straßenverhältnissen prädestiniert. Verbraucher sollten deshalb beim Kauf auf Reifen mit dem Schneeflockensymbol zurückgreifen und sich nicht auf die M+S-Kennzeichnung verlassen.

 

Die richtige Reifengröße

Die Fahrzeugpapiere geben darüber Auskunft, welche Reifengröße zu einem Auto passt. Liegt die Zulassungsbescheinigung Teil I nicht vor, gibt es zwei weitere Möglichkeiten, die korrekte Reifengröße herauszufinden:

  1. Ein Blick auf die aktuellen Reifen zeigt, welche Größe stimmt. Die Angabe steht außen auf dem Mantel. Voraussetzung ist, dass die richtige Reifengröße aufgezogen ist!
  2. Wer eine andere Reifengröße aufziehen will, prüft die EG-Übereinstimmungsbescheinigung, auch EWG-Übereinstimmungsbescheinigung oder CoC-Papiere Darin sind alle Informationen darüber hinterlegt, welche Reifengröße für das Fahrzeugmodell zugelassen sind.

 

Wenn zum Beispiel auf dem Reifen die Abkürzung 205/55 R 16 steht, bedeutet das folgendes:

  • 205 ist die Breite in Millimetern bezogen auf den Reifen. Gemessen wird von Wand zu Wand.
  • 55 R kennzeichnet die Höhe. Gemeint ist das Verhältnis zwischen der Seitenwandhöhe und der Breite der Lauffläche. 55 er heißt also, dass die Höhe der Seitenwand 55 % bezogen auf die Breite der Lauffläche beträgt. R steht für eine bestimmte Bauart und bedeutet „radial“. Der Reifen verfügt somit über radial angeordnete Karkassenfäden. Es gibt auch andere Bauarten, zum Beispiel D. Bei D sind die Karkassenfäden diagonal verarbeitet. Wichtig: Es ist nur zulässig, Reifen gleicher Bauart zu verwenden!
  • Die Zahl 16 steht für den Durchmesser der Felge in Zoll, in unserem Beispiel sind es also 16 Zoll.

 

Wer Winterreifen vom Profi in der Werkstatt aufziehen lässt, kann die Sommerreifen in vielen Fällen dort einlagern.

 

Wie lange dürfen Winterreifen gefahren werden?

Winterreifen unterliegen einer gewissen Alterung. Deshalb sollten sie nicht länger als 6 bis 8 Jahre gefahren werden. Selbst, wenn das Profil noch nicht so weit abgenutzt ist, so hat sich die Konsistenz des Gummis verändert. Über die Jahre leidet das Material durch die Temperaturschwankungen und Sonneneinstrahlung, durch Nässe und Streumittel. Das Gummi wird hart, die Bodenhaftung verringert sich, der Bremsweg bei Nässe wird länger. Kurzum: Die Fahrt mit alten Winterreifen ist gefährlich.

Verbraucher sollten beim Kauf darauf achten, dass das Produkt nicht schon ein oder zwei Jahre im Verkaufsregal gelegen hat. Sinnvoll ist es, frisch produzierte Winterreifen zu kaufen. Das sollten Kaufinteressenten bei der Auswahl der Winterreifen explizit angeben. Das Produktionsdatum von Reifen lässt sich direkt am Reifen ablesen. Die letzten vier Ziffern der sogenannten DOT-Nummer lässt Rückschlüsse auf das Produktionsdatum zu. Wenn dort zum Beispiel 1219 steht heißt das, dass der Reifen in der 12. Kalenderwoche im Jahr 2019 hergestellt wurde.

 

Sind Ganzjahresreifen eine Option?

Ganzjahresreifen sind ein Kompromiss im Vergleich zu speziellen Sommerreifen und speziellen Winterreifen. In der Regel zeigen Ganzjahresreifen geringe bis deutliche Schwächen bei Fahrten auf trockener Fahrbahn. Diese Schwächen werden mit einem vollgeladenen Auto, zum Beispiel bei der Urlaubsreise und bei höheren Temperaturen, verstärkt. Gleichzeitig sind die Hafteigenschaften von Ganzjahresreifen im Winter weniger gut ausgeprägt als bei reinen Winterreifen. Wer auf Nummer sicher gehen will, führt den Reifenwechsel alle sechs Monate durch.